Hoftagebuch

 

Tagebuch schreiben kostet Zeit - die wird mit steigendem Bekanntheitsgrad des Biohof Eilte und der Wasserbüffel immer knapper...daher keine neuen Einträge! Alternativ: facebook

 

Dienstag, 16. Juni 2015

 

Der alte Mann und das Meer - Hemingways Klassiker dürfte bekannt sein. Man könnte noch weitere erwähnen, so zum Beispiel (um der Thematik treu zu bleiben): der Bauer und sein Wetter! Das ist doch abwechselungsreicher als immer nur dieses viele Meerwasser. Interessant sind in dem Zuge die spannenden Theorien zum Klimawandel, vor allem die mit den italienischen Jahreszeiten, die wir jetzt nämlich in Norddeutschland kriegen werden. Das hat sich anscheinend tatsächlich bis Eilte rumgesprochen, man denke an den vergangenen Winter. Ein Paradies für Unkräuter! Diese  wachsen fleißig, als ob sie dafür bezahlt würden! Soviel zum Thema mediterranes Flair und Jammern nützt ja sowieso nichts...

 

Im Mai-Juni ist also die hohe Zeit der Unkrautbekämpfung. Eine Möglichkeit von wenigen (die zweite heißt Hacken) ist bei den Bio-Landwirten das Abflammen: absolute Maßarbeit. Am effektivsten durchgeführt wenige Stunden, bevor die Kulturpflänzchen, d.h. die Keimlinge die dünne Bodendecke durchstoßen. So sind sie noch durch die Krume geschützt vorm Verbrennen und die Konkurrenz sprich Unkräuter müssen dran glauben. Danach läßt sich nur noch mit großer Präzision zwischen den Reihen abflammen, aber dann erwischt man natürlich längst nicht alles.

 

Und manchmal kommt man einfach nicht hinterher, es wächst zu schnell oder der Acker ist zu nass und unbefahrbar: dann, tja...

Wer selber mal auf einem schier endlosen Acker gestanden hat, um diesen von äußerst hartnäckigen Nährstoffräubern (z.B. die "Gemeine Melde", wie einbetoniert, von erzürnten Bauern auch „Sauzeug“ genannt) in mehrtägiger Handarbeit und schmerzendem Kreuz zu befreien, der wünscht sich auch schon mal, dass alle, die über vermeintliche Bio-Wucherpreise meckern, wenigstens einen Tag lang mal solche Tätigkeit mitmachen sollten, dann aber bei mindestens italienischen Verhältnissen! Man selber würde dann natürlich vom Liegestuhl aus mit Sonnenschirm und kalten Drinks dabei zusehen...

 

 

Donnerstag, 21. Februar 2014

Der Kameramann auf dem Bulli filmt alles frontal.    

 

Hey, Büffelranch-Freunde,
unser Hofbulli, diese Landpomeranze, wurde bei ebay versteigert und geht nach Berlin, an einen Bastler. Hoffentlich fährt der mit ihm auch gelegentlich noch mal aufs Land...oder nach Italien, Neapel oder so. Verdient hätte er's! Schlafen unter freiem Himmel auf der Pritsche, einen schönen Vino rosso dabei und als Einschlafmelodie O-Ton Büffelgrunzen... vielleicht hätten wir ihn doch behalten sollen...

 

 

 

 

 

 

 

 

Donnerstag, 23. Januar 2014


Dorfschönheit Emma hofft auf ein paar Schneeflocken!Nun wird es doch richtig lausig, zwar nur 2-3 Grad minus, aber eisiger und gefürchteter Ostwind dazu: man mag einfach nicht rausgehen.  Aber das ist  sowieso uninteressant, denn die Arbeiten laufen weiter und als ob das nicht genug wäre -  nein, es geht auch noch schief, was schiefgehen kann. Hier etwas Entscheidendes abgebrochen, da ein krankes Tier und zuguterletzt, als hätten sie die Uhr gestellt, sind die Wasserbüffel ausgebüxt, leider im Dunkeln ( weil man sie ja so gut sieht!) und auch noch in alle Himmelsrichtungen: Wald, Felder, Siedlungen! Beim Einfangen das Auto festgefahren, dann Melken, kaum zuhause (21.00Uhr), steht ein neuer Milchtankwagenfahrer ratlos auf dem Hof - wo ist denn hier der Milchtank? ja, na klar, mitgehen, zeigen. Feierabend? Denkste, unsere Lieblinge haben in der Zeit den 2. Ausbruchsversuch erfolgreich gestartet und müssen wiederholt in die Schranken gewiesen werden. Feierabend: 22.30 Uhr!! Glaubt immer noch jemand an das romantische Bauerndasein von dieser Sorte: der Bauer sitzt im Winter am warmen Bullerofen,  pflegt seine Gerätschaften  und  ruht sich zwischendurchauf dem gemütlichen Sofa aus? Wer hat sich das eigentlich ausgedacht??

Nur Dorfschönheit Emma  gefällt's, denn die Chancen auf Schnee steigen. Da kann man schließlich alle Nachbarn beim morgendlichen Schneeschippen abklappern, in den Schnee beißen, fiepen, jaulen und kläffen - bis alle das Schippen auf später verschieben...         

 

                         

Sonntag, 17. Februar 2013


Das dauert ja wieder ewig! Es könnte doch mal ein bißchen wärmer werden, wenigstens kein Frost mehr, da wär' man ja schon dankbar! Wir haben die bisherige Frostperiode mit der üblichen Beschäftigungstherapie hinter uns gebracht: nämlich mit Vieh-Tränken auftauen bzw. Tiere tränken - mit der altgedienten Eimer-Methode, Leitungen isolieren, Schneeschippen, bevor Kraterlandschaften entstehen: an unpassenden Stellen festgefrorene Rinderexkremente weghacken (z.B. Kuhfladen auf den Treibewegen), in die Jahre gekommene Fahrzeuge jeden Abend an das Ladegerät anschließen und morgens alles wieder abbauen und Unmengen Brennholz ranschaffen.

Aber vielleicht muß man sich einfach daran hochhalten: Wenn's im Februar nicht recht schneit, schneit es in der Osterzeit. Oder: sonnt sich die Katze im Februar im Frei'n, muß sie im Märzen zum Ofen hinein. Zum Glück haben wir nirgendwo Katzen beim Sonnenbad entdeckt, aber: Wenn der Grünspecht schon im Februar schreit, ist ein guter Lenz nicht weit. Schöner Mist! Wir haben auch keinen Grünspecht schreien hören! Was soll da nun von werden...?


Samstag, 3. November 2012


Es war bzw. ist dann doch kein ganz so kleiner Klacks - ein Ende ist zwar absehbar, aber das wird sich noch ordentlich hinziehen. Der Herbst bringt zwar für viele Zeitgenossen Muße und Gemütlichkeit mit sich, für Viehbauern bedeutet diese Jahreszeit aber auch: abgefressene Weiden und unternehmungslustige Rindviecher. Diese gehen nämlich auch gerne mal auf die Suche nach schmackhafterem Futter als zugefüttertes, halbangenuckeltes Silo oder Heu. Hinter so einer ausgebüxten Herde hinterherzulaufen bringt den besten Zeitplan völlig außer Gefecht. Das war's dann mit dem "zeitnahen controlling-System"... und auch mit dem Baustellen-Tagesplan.


Donnerstag, 31. Mai 2012:


der 2. Bauabschnitt des Kuhstalles Damit keine Langeweile aufkommt, wird mal wieder ein wenig gebaut, nämlich eine Erweiterung unseres neuen Kuhstalles. Das sei gar nicht sooviel Arbeit, hieß es...naja, wer's glaubt. Hier wird zunächst der Untergrund vorbereitet, alle Rohre und Leitungen müssen vorher schon gelegt werden. Der Boden wird in verschiedenen Schichten aus Split, Schotter und Sand stark verfestigt und auf eine einheitliche Höhe gebracht - waagerecht, natürlich (alles etwa 3-4 Wochen Vorarbeit). Darauf werden Beton-Fertigplatten vom einem Spezialisten mit Kran verlegt und allein dafür werden 4 Mitarbeiter vom Hof benötigt, für mindestens 2 volle Tage. Vorher noch schnell alle Rindviecher auf die Weiden getrieben, den Melkstand für die Büffel auf der Weide aufgebaut, den Silo-Termin eingeschoben, ein wenig Heu gemacht (Pfingsten) um nur das Wichtigste zu nennen - und das bäuerliche Privatleben ist für unbestimmte Zeit mal wieder ein Fremdwort! Also wirklich, bauen ist beinahe ein Klacks!



Alles Verlegte wird jeweils möglichst exakt abfotografiert, damit man später noch weiß, was wo genau..., und nicht wieder mit kühnem Schwung ein Rohr durchstößt...